Kulturhus Haaksbergen

04 Sep 2019

Das Kulturhus Haaksbergen ist eine lebendige Vierer-Kombination aus Bibliothek, Ausstellungsraum, Lesecafé und Theater mit Foyer. Wie vereint man all diese Komponenten unter einem Dach? Indem man Raum für ein frisches, transparentes Konzept mit einer relevanten, kulturell-sozialen Funktion schafft.

Verkörperung einer neuen Ära

Das „Kulturhus“ befindet sich an einem runderneuerten Ort im Herzen des Dorfes. Genau wie der wiederbelebte Standort verkörpert es eine neue Ära: eine Zeit, in der Disziplinen, Organisationen und Programmplanung nicht nur koexistieren, sondern miteinander verschmelzen und sich gegenseitig befruchten. In dieser Ära wird soziale Integration zu einem immer wichtigeren Thema und kann nur durch eine aktive Teilnahme an unserem Lebensumfeld erreicht werden. Das Konzept für diesen neuen, für alle zugänglichen öffentlichen Raum basiert auf der Vision des Creative Guide Aat Vos und wurde in einer Reihe von Workshops unter Einschluss aller möglicher beteiligter Parteien entwickelt. Die Vision wurde zum Leben erweckt, indem der physische Charakter des Gebäudes vollständig in den Dienst seiner sozialen Funktion gestellt wurde. Das (resultierende) Design, eine Ko-Kreation von aatvos und MARS Interieurarchitecten, unterstreicht damit die moderne Rolle von Bibliotheken als multifunktionale Räume und bietet der Stadt Haaksbergen ein urbanes Wohnzimmer.

Die aktive Teilnahme an unserem Lebensumfeld ist ein entscheidender Faktor für soziale Integration.

Aat Vos Aat Vos Creative Guide

Erinnerungen und Gegenwart miteinander verbinden

Für die Unterbringung der Organisationen wurden das moderne Theater De Kappen und das angrenzende historische Schulgebäude teilweise renoviert und physisch miteinander verbunden. Um zu vermeiden, dass der starke Charakter eines Gebäudes, das jeweils andere dominiert, wurde aufgrund seiner Transparenz Glas als physisches Verbindungsmaterial gewählt. Viele Bürger von Haaksbergen haben gute Erinnerungen an das Gebäude der alten Schule, die sie einst besuchten. Durch die Betonung des Denkmalcharakters der Schule sowie der Geschichte und den Spuren des täglichen Lebens, sind diese Erinnerungen nun mit der Gegenwart verbunden. So wurde beispielsweise die ursprüngliche Struktur des Raums erhalten und gleichzeitig Licht und Raum durch gezielte architektonische Eingriffe hinzugefügt. Das ehemalige Auditorium wurde mit einer Tribüne und einer Bühne ausgestattet, die für Kinderaktivitäten vorgesehen sind. Darüber hinaus steht den Besuchern ein großer Studienraum, Klassen- und Besprechungsräume sowie Themenräume für die Büchersammlungen zur freien Verfügung. Das „Kulturhus“ nennt nun auch einen kleinen Theaterraum in der ehemaligen Turnhalle sein Eigen, der jedoch dank Seilen, Ringen und Klettergerüsten immer noch als Turnhalle erkennbar ist.

Programmgestaltung durch die Anwohner

Diese physische Verschmelzung hat eine Mischung verschiedener Programmkomponenten ermöglicht. Die multifunktionalen Räume werden nicht nur von etablierten Organisationen, sondern auch von den Anwohnern selbst genutzt. Ans Mebelder, der Direktor des „Kulturhus“, beschreibt es so: „Dieses „Teilen“ des öffentlichen Raums ist mehr als praktisch. Während die Bibliothek beispielsweise nur tagsüber und das Theater in der Regel abends geöffnet ist, schaffen die beiden Organisationen zusammen eine durchgehende Offenheit, die für ständige Lebendigkeit und soziales Miteinander sorgt. Wir bieten eine physische Umgebung als Kulisse, im Rahmen derer die Anwohner und Besucher von Haaksbergen dauerhafte soziale Kontakte pflegen können.“

Wir bieten eine physische Umgebung als Kulisse, im Rahmen derer die Anwohner und Besucher von Haaksbergen dauerhafte soziale Kontakte pflegen können.

ANS MEBELDER ANS MEBELDER Director of Kulturhus Haaksbergen

PROJEKTINFOS

Das Design des Kulturhus Haaksbergen basiert auf einer Vision, die von Aat Vos gemeinsam mit dem Kunden im Rahmen mehrerer Workshops entwickelt wurde.

Konzept- und Gestaltungsrichtlinien: aatvos
Design und Technische Umsetzung: MARS Interieurarchitecten
Fotografie: Marco Heyda und Jan de Vries