HUB Kerkrade

14 Mai 2018

Eine Synergie von unerwarteten Kombinationen ermöglichte den Bürgern von Kerkrade einen Dritten Ort, der nicht nur spannende öffentliche Veranstaltungen bietet, sondern auch ein Gefühl der Identität vermittelt.

Barrieren abbauen

Die Stadt Kerkrade hatte sich zum Ziel gesetzt, ihr Stadtzentrum zu revitalisieren. In einem ehemaligen Einkaufszentrum sollte eine neue Bibliothek untergebracht werden. Dieses alte Einkaufszentrum war neben einem Theater mit einer so gut wie leeren Eingangshalle gelegen. Der Wunsch nach einer lebendigen Stadt und viel ungenutzter Raum konnte in der Kombination nur eines bedeuten: Es war an der Zeit, hier einige physische Barrieren abzubauen, um in der Folge auch die sozialen Barrieren verschwinden lassen zu können. Zuerst war die Bibliothek selbst der Auftraggeber dieses Projekts, aber schon bald wurde der neue Auftraggeber die Gemeinde, als das Theater und andere Parteien einbezogen wurden. Das Stadtzentrum sollte mit Hilfe mehrerer unterschiedlicher Organisationen zu neuem Leben erweckt werden; dieser neue Raum sollte zu einem echten Hub werden.

Es war an der Zeit, hier einige physische Barrieren abzubauen, um in der Folge auch die sozialen Barrieren verschwinden lassen zu können.

Aat Vos Aat Vos Creative Guide

Im Voraus war klar, dass echte soziale Innovation nur durch eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen Bibliothek, Theater und Kommune möglich wäre. Die Konzeption des Innenraums erfolgte unter Berücksichtigung des Kulturkomplexes als Gesamtheit, der heute die Bibliothek, das Foyer des Theaters, Büros, kreative Räume für Aufführungen und Shows sowie einen multifunktionalen Saal beherbergt. Alle teilnehmenden Partnerorganisationen sind auf einer riesigen Fläche von 5.000 m2 ganz ohne trennende Strukturen miteinander verflochten. Beim Betreten der Bibliothek können Sie an der Servicetheke digital Mitglied werden, aber auch Tickets für eine Theateraufführung nebenan kaufen. Während ein solch breites Spektrum Raum für eine Menge aufregender Aktivitäten und Veranstaltungen schafft, werden doch gleichzeitig auch genügend Rückzugsmöglichkeiten geboten. Obwohl man sich an einem öffentlichen Ort befindet, bieten ruhige Ecken und Lesekabinen ausreichend Entspannung und Privatsphäre, um sich in einem Roman zu verlieren oder sich gegenseitig vorzulesen,

Vergangenheit und Gegenwart vereinen: Something new while staying true

Dieses Projekt ist besonders interessant angesichts der Entwicklung des Projekts von der Bibliothek als Erstkunde hin zur ehrenvollen Aufgabe, etwas für die ganze Stadt entwerfen zu dürfen. Eine solche für die gesamte Stadt relevante Revitalisierung bedeutete, dass dem HUB eine ganz neue Identität verpasst werden müsste. Im HUB Kerkrade gibt es viele Elemente, die auf die Geschichte des Kohlebergbaus in der Stadt anspielen: Ein schwach erleuchteter Raum dient als subtile Anspielung auf eine Zeche, während extra angefertigte Kohlebergbaubühnen der Szenerie auch physische Symbolik verleihen. Solche Rückbezüge auf die Vergangenheit vermitteln den lokalen Besuchern ein Gefühl der Identifikation mit der Geschichte ihrer Stadt. Kerkrade ist ein typischer Fall eines Hybridisierungsprojekts, da mehrere öffentliche Funktionen miteinander verbunden werden. Eine breite Palette von Optionen begrüßt nun Bürger jeden Alters und repräsentiert gleichzeitig den Charakter der Stadt. Die Kombination verschiedener Funktionen ist zwar eine Herausforderung, aber das Ergebnis in Form einer solch einzigartigen Synergie in Aktion erleben zu dürfen, war eine tolle Entschädigung all die Mühe.

Project credits Kerkrade Culture Cluster

Hub Kerkrade is a co-creation of Aat Vos (design concept, strategy, creative direction) and Mars Interior architects (design, engineering), in collaboration with Stonepark InteriorBuilders (specials), Keijsers Interior (custom interior), Homij Installations (technical installations). Door Communicatie en Vorm has provided the Gemeente Kerkrade with both branding and positioning. Digtecture: developed in cooperation with Alex Talsma.
Photography: Marco Heyda / Jan de Vries