Der Health Hub Roden – Eine Innovationsspielwiese der Medizintechnologie

, 06 Sep 2020

Als die ehemaligen Räumlichkeiten des Health Hub im niederländischen Roden nicht genügend Kapazität boten, um die verschiedenen Nutzergruppen und Fachbereiche miteinander zu verbinden, schuf ein anonym anmutendes Industriegebäude um die Ecke Abhilfe. Mit unaufdringlichen Innenraumelementen wurde eine riesige Halle in eine einzigartige Spielwiese für gesundheitstechnische Innovationen verwandelt: ein einladender Ort, um Menschen zu versammeln, zu vernetzen und dabei Technologie, Bildung und Business miteinander zu verbinden.

Health Hub Roden ist auf den Bereich der Gesundheitstechnologie spezialisiert und wurde gegründet, um Know-how und Arbeitsplätze in der Provinz Drenthe zu erhalten, nachdem der MedTech-Riese Cordis aus Roden wegzog. Der Hub ist eine Organisation, die sich am Triple-Helix-Innovationsmodell orientiert, also sein Netzwerk, seine Finanzen und sein Know-how verwendet, um Unternehmen, Wissensinstitute und staatliche Behörden miteinander zu vernetzen. Darüber hinaus stellt der Hub einem spezialisierten Klientel diverse spezialisierte Einrichtungen zur Verfügung. Berufstätige und Studenten aus den Bereichen Technologie, Gesundheitswesen und Medizin arbeiten im Health Hub Roden zusammen und verfolgen ein gemeinsames Ziel: Die Verbesserung unserer Lebensqualität durch Innovation. Dies alles gelingt vorbildlich am neuen Standort der Einrichtung, einem alten Industriegebäude, das genügend Raum und Möglichkeiten für eine Vielzahl von Funktionen bietet.

Ein zukunftsorientiertes Branding

Bevor sich die neue Unterkunft in ein 1.600 m2 großes Zentrum für Gesundheitstechnologie verwandelte, organisierte das aatvos-Team sowohl einen eintägigen Workshop als auch eine komplette Workshop-Woche. Dies führte zur aktiven Einbindung der beteiligten Partner in den Designprozess und zur Formulierung des Markenversprechens, das den Markenkern des Health Hub Roden bildet: Eine Spielwiese für gesundheitstechnische Innovationen zu bieten. Der Creative Guide und Architekt Aat Vos erklärt: Bei diesem Projekt ging es hauptsächlich darum, eine „Atmosphäre der Informalität“ zu realisieren. Dies wurde erreicht, indem zum Experimentieren ermutigt wird und Nutzer wie Besucher des Hubs transparenten Einblick bekommen, „was im Hub passiert“. Angesichts des relativ knappen Budgets wurde die Inneneinrichtung unter Verwendung schlichter Elemente und recycelter Materialien gestaltet. Unter bewusster Beibehaltung bestimmter Eigenschaften des ursprünglichen Gebäudes – eine riesige Halle mit unverwechselbarem Charakter dank überwältigender Bogenbinder-Konstruktionen und viel Lichteinfall von der Nordseite – wurde ein einzigartiger Hub im Bereich Gesundheitstechnologie geschaffen.”

Ahoi Kameraden: Ausreichend Tiefgang im Container

Der Health Hub beherbergt Büroräume, Seminarräume, ein biomedizinisches Labor, einen Makerspace, Catering sowie Veranstaltungsflächen. Bei der maßgefertigten Innenarchitektur wurden Größe, Interaktionsgeschehen sowie der entsprechende Charakter der jeweiligen Funktionen besonders berücksichtigt. Beispielsweise finden die am stärksten frequentierten Aktivitäten im Zentrum des Gebäudes statt, wo ein neuer Eingang geschaffen wurde. Diese Fläche wurde dank einer durchdachten Komposition von Seefrachtcontainern wie ein kleines „Dorf“ gestaltet, in dem man drinnen, draußen oder auf der Dachfläche arbeiten, ein Meeting abhalten oder zu Mittag essen kann. Die Container unterteilen die Fläche in kleine und intime Räume, ohne den Charakter der imposanten Industriehalle zu beeinträchtigen.

Der Health Hub Roden ist ganz bewusst als ein angenehmer Ort zum Verweilen, Experimentieren, Kreieren und Innovieren konzipiert worden.

Aat Vos Aat Vos Creative Guide

Die Tagungsräume, das Labor und der Makerspace sind um dieses lebendige Zentrum herum angeordnet. Alle Bereiche sind mit einer Vielzahl an Fenstern ausgestattet, um den sichtbaren, offenen und transparenten Charakter des Health Hubs zu betonen. Zusätzlich sorgen Fenster in den Bogenkonstruktionen des Gebäudes für eine Flut von natürlichem Tageslicht; dadurch wird die klassische kühle Beleuchtung der Labors, die Seriösität und Geschlossenheit signalisiert, durch Offenheit und Wärme ausgeglichen. Dieses Open-Air-Feeling ist auch eine Anspielung auf den gewünschten Spielwiesencharakter des Hubs. Büroräume, Schulungsräume und Hörsäle, die ein ruhigeres Ambiente erfordern, befinden sich etwas weiter hinten im Gebäude.

Eine leere Halle voller Möglichkeiten

In der hinteren Halle wurde eine große Tribünentreppe eingebaut und das bestehende Zwischengeschoss erweitert. Ein schwerer Vorhang macht den Raum abteilbar, was sich z.B. für Vorträge eignet. Die fast leere Bodenfläche des Saals sorgt für Flexibilität in der Benutzung. So muss für bestimmtes medizinisches Praxistraining beispielsweise ein Krankenwagen in der Lage sein, in den Raum einzufahren. Die schwankende Auslastung der Säle sowie die klimatischen Bedingungen der jeweiligen Jahreszeiten erforderten eine bessere Klimakontrolle des Saales. Dies wurde durch Doppelverglasung, Sonnenkollektoren und neue Klima- und Beleuchtungsanlagen realisiert.

Ein Ort, der zum Verweilen einlädt

Der Gesundheits-Hub Roden wurde bewusst als ein angenehmer Ort zum Verweilen, Experimentieren, Kreieren und Innovieren konzipiert – als ein Ort, den Sie nicht unmittelbar mit Technologie oder Gesundheitswirtschaft in Verbindung bringen, sondern mit sozialer Interaktion – ausgehend von der Idee, dass es in Ihrer Lieblingsbar oder Ihrem Lieblingscafé für Sie am leichtesten ist, Inspiration zu schöpfen. Eine Atmosphäre mit einer rauen Kante, die sich nicht zu „geleckt“ anfühlt, bietet Nutzern ausreichend Freiraum und Motivation, zur Entwicklung des Zentrums beizutragen. Ihr einzigartiger Charakter und ihre permanente Dynamik machen diese Einrichtung zu einer echte Koriphäe der Gesundheitstechnologie, deren Mission es ist, durch innovative Ideen unser aller Lebensqualität zu steigern

Projektinfos

Projektträger: Die Provinz Drenthe zusammen mit der Gemeinde Noordenveld.

Health Hub Roden ist eine Koproduktion von aatvos (Designkonzept, Strategie, Kreative Leitung) und MARS Interieurarchitecten (Finales Design, Technische Umsetzung) in Zusammenarbeit mit 20Tree (“Containerdorf”), De Handelsfabriek (Inneneinrichtung) und Dorst & Partners (Projektstrategie & Management)