Gebäudewirtschaft der Stadt Köln

03 Feb 2020

Die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln, Kölns größte Gebäudeverwaltungsbehörde, ist seit zwei Jahren im KölnTriangle-Gebäude untergebracht. Ihre 650 Mitarbeiter sind in diesem prominenten Wahrzeichen über achtzehn Etagen auf Flächen verteilt, die fast ausschließlich aus Großraumbüros bestehen. Leider führte diese Arbeitssituation statt zu mehr Kommunikation und Flexibilität zu einer geringeren Arbeitszufriedenheit und einer höheren Anzahl von Heimarbeitern. Daher ist es nun an der Zeit, die Bedürfnisse und Präferenzen der Mitarbeiter stärker zu berücksichtigen und diese unangenehmen Büroräume in eine inspirierende Arbeitsumgebung zu verwandeln.

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Der KölnTriangle (ehemals LVR-Turm) ist ein 103,2 Meter hohes Gebäude in Köln-Deutz. Das Gebäude wurde von Dörte Gatermann vom Kölner Architekturbüro Gatermann + Schossig entworfen und 2006 fertiggestellt. Auf 11.000 Quadratmetern, verteilt auf achtzehn Etagen, verrichten die 650 Mitarbeiter der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln ihre tägliche Arbeit in einem fast vollständig offenen Bürokonzept. So befinden sich über alle Etagen hinweg verteilt kleine Teeküchen und Besprechungsräume. Die Vielzahl an Teeküchen und Besprechungsräumen auf jeder einzelnen Etage bedeutet aber auch, dass es keine Möglichkeit zum geselligen Beisammensein für die Nutzer des Gebäudes gibt. Stattdessen führt diese Anordnung zu lauten und unangenehmen Arbeitsplätzen. Obwohl es weltweit Erfolge mit Open-Office-Konzepten gibt, hat sich in diesem Fall eine demotivierende Wirkung auf das Team der Gebäudewirtschaft abgezeichnet. Die Folge ist ein weniger konstruktiver Umgang miteinander im Arbeitsalltag. Die Teammitglieder fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz unwohl und arbeiten lieber von zu Hause aus. Und nicht zu vergessen: Das aktuelle Innendesign ist auf sämtlichen Etagen in Schwarz/Weiß- und Brauntönen gehalten und lässt die Flächen daher glanzlos aussehen.

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Das Wohlbefinden aller im Auge

Aat Vos erklärt: „Unser Kunde, die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln, bat uns um Unterstützung bei der Neugestaltung seiner Büroetagen, um die Wahrnehmung der Arbeitsumgebung insgesamt zu optimieren, die individuellen Arbeitsbedingungen zu verbessern und ein glücklicheres und gesünderes Arbeitsumfeld zu schaffen. War Ihnen jemals bewusst , dass die meisten Menschen fast ein Drittel ihres Lebens am Arbeitsplatz verbringen?

Die Art und Weise, wie Büroräume gestaltet werden, hat somit erhebliche Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden der Mitarbeiter. Es ist daher von wesentlicher Bedeutung, dass Organisationen eine Umgebung schaffen, die den Menschen die Möglichkeit gibt, sich zu entfalten. Offene Büroräume können nur dann erfolgreich sein, wenn sie die Produktivität und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter im Auge behalten. In diesem Zusammenhang mussten wir einen entscheidenden ersten Schritt machen, der darin bestand, von den Erfahrungen der Nutzer lernen.“

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Authentische und wertvolle Einblicke

Das aatvos-Team begann mit intensiven Untersuchungen der Vorbehalte seitens der Teammitglieder. Dabei kamen eine Reihe äußerst effektiver Tools zum Einsatz, wie z.B. interaktive Online- und Vor-Ort-Fragebögen, die aatvos Kartenspiele Essential & Expected, Have & Do, Look & Feel und eine interaktive Design-Workshop-Woche mit Vertretern der zahlreichen Abteilungen der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln.

Unser quantitativer Forschungsansatz lieferte authentische und wertvolle Einblicke im Hinblick auf die gewünschte Atmosphäre, die gewünschten Räumlichkeiten und die Persönlichkeiten der Teammitglieder. Er sorgte außerdem dafür, dass sich die Mitarbeiter gehört und ernst genommen fühlten, was ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Besserung ist. Eine interessante Randnotiz: 62,5% aller Mitarbeiter haben den Fragebogen ausgefüllt – eine sehr gute Rücklaufquote.

Unser quantitativer Forschungsansatz lieferte authentische und wertvolle Einblicke im Hinblick auf die gewünschte Atmosphäre, die gewünschten Räumlichkeiten und die Persönlichkeiten der Teammitglieder. Er sorgte außerdem dafür, dass sich die Mitarbeiter gehört und ernst genommen fühlten.

Aat Vos Aat Vos Creative Guide

Buntes Treiben in den unteren Etagen

Nach der Umsetzung der Forschungsergebnisse konnten wir beginnen für unseren Kunden am sogenannten „Warum“ zu arbeiten. Das „Warum“, dessen Grundidee auf Simon Sineks Modell vom Goldenem Kreis basiert, ist eine Möglichkeit, den Kern einer Unternehmung oder eines Sachverhalts zu definieren. Dieser Ansatz wurde auch in einer Reihe von Strategien zur Aufwertung von Büroräumen und zur Verbesserung des Arbeitsklimas umgesetzt. In Anerkennung des Mangels an physischem, interaktionsförderndem Raum, basiert dieses Transformationsmodell auf einer Anpassung der Funktionalität des ersten und zweiten Stockwerks, um das Gebäude zu öffnen und mit sozialem Raum zu füllen. Das bedeutet, dass alle wichtigen sozialen Räumlichkeiten und Treffpunkte auf den unteren Stockwerken konzentriert werden sollten, unterstützt durch die Integrierung einer Kombination aus Kaffeebar, Empfangsdesk und Social Hotspot. Eine neue Treppe (die vom Erdgeschoss direkt in den zweiten Stock führt) – zusammen mit dem neu freigewordenen Raum – sorgt für eine bessere Zugänglichkeit und Sichtbarkeit der Social-Hotspot-Funktion. Da die unteren Stockwerke ideengemäß am stärksten beansprucht werden, können im Rest des Gebäudes ruhigere Bereiche (z.B. zum Telefonieren) eingerichtet werden. Neben diesen neuen Konzepten wird es auch Besprechungs- und Versammlungsbereiche mittlerer Größe geben, zusammen mit einer individuellen Anpassung der Arbeitsumgebung und der Arbeitstische. Es wurde außerdem vorgeschlagen, die verschiedenen Raumfunktionstypologien für Besprechungs-, Versammlungs- und Arbeitsräume visuell zu betonen. Darüber hinaus wurde eine einladende, warme Farbpalette mit Holz und verschiedenen Grüntönen für die gesamte Inneneinrichtung auf Grundlage der Ergebnisse der Kartenspiele und Benutzerfragebögen gewählt, um den gewünschten Look & Feel zu bestimmen, der den Bedürfnissen der Nutzer entspricht.

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Die Kunst des lokalen Engagements

Unser Auftrag für die Gebäudewirtschaft geht über die Aufwertung der Büroflächen und die Verbesserung des Arbeitsumfeldes hinaus. Die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln ist als städtische Baubehörde ein bedeutender Dienstleister im Immobiliensektor der Stadt. Die Organisation verwaltet und pflegt Hunderte von Gebäuden – von Schulen über Museen bis hin zu herkömmlicher städtischer Bebauung. Um die verbindende Rolle der Organisation für die Stadt zu betonen und die Bewohner in die Projekte der Gebäudewirtschaft einzubeziehen, haben wir eine Strategie entwickelt, die ihre Gebäude stärker mit den Einheimischen verbinden soll: Schulkinder werden dazu eingeladen, das örtliche Museum Ludwig zu besuchen und ihre eigene Pop-Art in einem eigens dafür vorgesehenen Raum zu erstellen. Die Kinder erhalten zunächst die Möglichkeit, sich über Kunst zu informieren und werden dann dazu ermuntert, Werke zu kreieren, die die Architektur der Gebäude versinnbildlichen, vielleicht sogar indem sie die Gebäude in einem Stil malen, der dem Stil eines der Künstler ähnelt, dessen Werke sie im Museum besichtigen konnten. Die Jugendlichen werden dabei von speziell ausgebildeten Künstlern angeleitet. Diese Kreationen werden eine doppelte Funktion haben: Sie verleihen jedem einzelnen Arbeitsplatz einen einzigartigen Charakter und verbessern die Akustik durch Schalldämpfung. Dieser besondere Ansatz und die Pop-Art-Arbeiten der Kinder haben das Potenzial, die Aufmerksamkeit lokaler Medien auf sich zu ziehen. Es ist eine ausgezeichnete Gelegenheit für die Gebäudewirtschaft, ihre unzähligen Aktivitäten ins Rampenlicht zu rücken und die lokale Sichtbarkeit der Organisation für die Menschen in der Stadt Köln zu verbessern.

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Projektinfos

Gebäudewirtschaft der Stadt Köln ist eine Ko-Kreation von aatvos (Designkonzept, Strategie, Kreativdirektion) in Kooperation mit Marco de Boer, Bohemia Amsterdam (Entwicklung des Nutzerfragebogens)

3D-Bilder: aatvos