Furuset House

26 Jan 2017

Die Mission: Eine Bibliothek neu gestalten, um ein breites soziales Umfeld zu repräsentieren und Menschen gleichzeitig das Gefühl zu geben, zu Hause zu sein, unabhängig von Herkunft und sozialem Status. Das Ziel war es, einen Raum zu schaffen, der nuanciert genug ist, um von Erwachsenen besucht zu werden, aber gleichzeitig nicht zu einschüchternd oder langweilig für Kinder wäre. Wie ist es uns gelungen, dieses Gleichgewicht herzustellen?

Ein Wohnzimmer für alle

Die alte Furuset-Bibliotheksfiliale wurde zum Furuset-Haus umgebaut. Unter seinem Dach tummeln sich ein Jugendclub, Tanzunterricht, gesellschaftliche Veranstaltungen aller Art, Strickkurse, die Textilwerkstatt sowie natürlich die Bibliotheksbesucher selbst. Wir entschieden, dass eine Wohnzimmeratmosphäre am besten dazu geeignet wäre, all diese Akteure und Aktivitäten zu beherbergen.

Warme Farben und Holzböden sorgten dafür, dass die Besucher sich willkommen fühlten. Die Verwendung organischer Formen und runder Kanten schuf ein sanftes Gesamtbild. Wir brachten kreisförmige Vertiefungen in den Wänden an, die die Besucher dazu einladen, hineinzuklettern und zu lesen. Charakteristische Requisiten machten den Raum unterhaltsam und einprägsam, darunter ein riesiger ausgestopfter Hase als bequeme Sitzmöglichkeit für Kinder.

Das Ziel ist, dass sich Menschen wie zu Hause fühlen – unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem sozialen Status.

Aat Vos Aat Vos Creative Guide

Zusätzlich zu dem reichen Spektrum an sozialen Interaktionsmöglichkeiten implementierte die Bibliothek das Meråpent-Prinzip von Deichman. Dabei geht es um die Erweiterung der Öffnungszeiten, damit die Besucher die Bibliothek den ganzen Tag über auch ohne anwesendes Personal nutzen können. Wir haben außerdem ein anderes Motto von Deichman im Hinterkopf behalten: Hold Deg Våken! Halte dich wach! Wir boten den Menschen alternative und unterhaltsame Gründe, im Gebäude zu verweilen. Eine Bibliothek mit Konferenztischen und Cafeteria bietet Ihnen bereits zwei gute Gründe für einen Aufenthalt, aber warum nicht auch Fußball- und Billardtische? Damit würde die Palette von Aktivitäten und Möglichkeiten die Bereiche Bildung, Wirtschaft und Spiel abdecken.

Furuset ist ein neuer kultureller Hotspot in Oslo

Das Innendesign der Bibliothek bot den Menschen nun ausreichend Gelegenheiten, sich zwischen der Vertiefung in ein Buch oder der Interaktion mit anderen Besuchern zu entscheiden. Sowohl Kinder als auch Erwachsene hatten Bereiche zur Verfügung, in denen sie sich wohlfühlen konnten, sowie Möglichkeiten, um Erfahrungen zu machen und zu interagieren. Durch die Schaffung von Raum für Meetings, Zusammenkünfte, Spiele und Veranstaltungen war dieses Wohnzimmer nun einladend gestaltet für jedermann; niemand wurde außer Acht gelassen. Am Ende haben wir mit dem Werkzeug der Innenarchitektur etwas Besonderes und Andersartiges geschaffen, indem wir jedem ein bisschen von allem boten. Furuset House ist heute eine Bibliothek, die es gewagt hat, aus dem klassischen Stereotyp der weißen Mauern auszubrechen, und den Besucher dazu verleitet, länger als geplant zu verweilen. Dieser öffentliche Raum ist ein Zuhause fernab von zu Hause, das zum Verweilen, Kennenlernen und Genießen einlädt. Das Furuset House, gelegen in einem Vorort von Oslo, ist heute ein echter kultureller Hotspot.

Projektdetails

Fotografie: Marco Heyda + Jan Willen van Bruggen – Video: Marco Heyda – Kunde: Deichmanske Bibliotek, Stine Greni – Produktion: Edubib.eu – Strukturarchitekt: Rodeo Architekten, Oslo.