Bibliothek Goes: bringt Menschen und Ideen zusammen

, 31 Aug 2021

In Kürze wird die neue Bibliothek von Goes auf der Halbinsel Süd-Beveland in der niederländischen Provinz Zeeland eröffnet. Sie ist ein vielseitiger Dritter Ort mit vielen Möglichkeiten für alle. Das Interieur greift den ländlichen Charakter der Region auf und lädt dazu ein, das bereichernde Bibliotheksprogramm kennen zu lernen oder einfach die Zeit in einem der zahlreichen Kokons oder auf der Innenterrasse mit Café-Ambiente zu genießen.

Alle guten Dinge brauchen Zeit. Manchmal braucht es ein Jahrzehnt, bevor die Saat einer großartigen Idee oder einer dringend benötigten Veränderung aufgeht und Wirklichkeit wird. Dies war der Fall beim Entwicklungsprozess der neuen Bibliotheek Goes, einer Zweigstelle der Bibliotheek Oosterschelde.

Bereits 2011 suchte die Bibliothek, die ihren Sitz im Oostwal in Goes hat, nach einem alternativen Standort. Das Architekturbüro Silo Shapes, das heute unter dem Namen aatvos bekannt ist, wurde mit der Durchführung von Machbarkeitsstudien beauftragt, um dafür Optionen zu suchen. Nach zehn Jahren Vorbereitungszeit (unterbrochen von längeren Pausen) und dem Verkauf des alten Gebäudes steht die Bibliothek schlussendlich vor dem Umzug in die neuen Räumlichkeiten am Kolveniershof.

Das Team von aatvos hat diese Entwicklungszeit genutzt und zahlreiche Rebranding-Sessions mit dem Bibliotheksteam und vielen Beteiligten organisiert. Es gab inspirierende Führungen, weitere Machbarkeitsstudien, Nutzeruntersuchungen und einen Design-Workshop. Creative Director Aat Vos erzählt: “Es hat eine Weile gebraucht, bis die Bibliothek ihren perfekten neuen Standort gefunden hatte. Das Besondere an diesem Projekt ist allerdings, dass sich in all den Jahren eines nicht geändert hat: Sowohl die Bibliotheksleitung als auch die lokalen Politiker glaubten fest an die Rolle, die die Bibliothek im sozialen Gefüge der Stadt spielen kann. Gemeinsam haben wir die Bibliothek zu einem echten Dritten Ort umgewandelt: ein wirksamer Beitrag zur Stadtentwicklung und eine bessere Sozialisierung. Das war von Anfang an das Ziel”.

Bibliotheken haben sich voll und ganz der Inklusion verschrieben, und das spiegelt sich auch in der Einrichtung der Bibliotheek Goes wider

Aat Vos Aat Vos Creative Director bei aatvos

Jannie van Vugt, Direktor der Bibliotheek Oosterschelde, fügt hinzu: “Der Weg zur neuen Bibliothek war lang und voller Hindernisse. Die umfangreichen Vorarbeiten bilden jedoch eine solide politische Grundlage für das Gesamtergebnis. Das Gebäude ist die ultimative Einrichtung, um unser Versprechen gegenüber der Stadt Goes einzulösen.

Die Bibliothek nimmt eine zentrale Stellung im kulturellen, sozialen und pädagogischen Netz der Stadt ein. Sie bringt die Einwohner von Goes zusammen. Das Wissen der Mitarbeiter der Oosterschelde-Bibliothek, kombiniert mit der Stärke der lokalen Gemeinschaft, bereichert die (Innen-)Stadt.”

Engagement für Inklusion: Goes geht die „Extra-Meile“

Das neue Domizil der Bibliothek befindet sich in unmittelbarer Nähe des Stadttheaters. Der positive Nebeneffekt ist die Bereicherung des Stadtzentrums um weitere kulturelle Funktionen. Außerdem befindet sich die neue Bibliothek nun im Erdgeschoss statt wie bisher im ersten Stock. Dies ist wichtig, um sich als „urbane Drehscheibe“ zu etablieren, als neuen kulturellen Anziehungspunkt im Fußgängerbereich der Stadt. Aat Vos: “Wir wollten die Bibliothek als einen belebenden Impuls für die Stadtgesellschaft neu positionieren.”

Um einen Dritten Ort erfolgreich zu machen, müssen mehrere Kriterien erfüllt sein; zum Beispiel Faktoren wie ein niedrigschwelliger Zugang, Sichtbarkeit, Benutzerfreundlichkeit, Sicherheit, Komfort sowie ein gastfreundliches Erlebnis. 

In Bezug auf den Komfort für ihre Besucher geht die Bibliotheek Goes im besten Sinne die „extra Meile“. Aat Vos beschreibt das so: „Zu den wichtigen Standards haben wir auch ein Quantum Informalität hinzugefügt. Denn die Bibliothek soll zu einem Ort werden, an dem man seine Zeit ‚gut verbringt’ und nicht ‚Zeit spart’. Wie keine anderen Organisationen haben sich Bibliotheken der Inklusion verschrieben, und das spiegelt sich auch in der Einrichtung wider. Ebenso speziell wie Menschen einzigartige Individuen sind, ist auch das Interieur: ein Mix aus verschiedenen Atmosphären, Stilformen, Räumlichkeiten und Strukturen, mit unterschiedlichem Ambiente und Flair. Dieses breite Spektrum von Merkmalen zielt darauf ab, die Bedürfnisse der unterschiedlichen Charaktere der Besucher zu erfüllen. Diese Bibliothek heißt alle willkommen: junge und alte Leute, Menschen mit Behinderungen, Stammgäste, Tagesausflügler, Touristen, Bücherwürmer, Zeitungsleser, Kinder, Freiberufler, Marktbesucher, Radfahrer, Freunde, Studenten, Schüler, Einkäufer, 3D-Gestalter, Drucker, Mitarbeiter, wer auch immer – einfach alle”. 

Eine Bibliothek zum Kramen und Umherstreifen

Die Bibliothek von Goes ermutigt die Menschen, sie sich „anzueignen“. Dafür sorgt schon der “crawl & creep”-Einrichtungsstil. Um den ländlichen Charakter von Goes zu unterstreichen, ist das Herzstück der Einrichtung ein typisches zeeländisches Scheunenhaus aus wiederverwendetem Holz im Design einer abstrahierten Silhouette von Goes. Es beherbergt verschiedene Funktionen wie einen Gemeinschaftstisch, eine abschließbare Werkstatt, einen Begegnungsraum, ein Café mit Innenterrasse und einer Amphitheaterbühne. Es gibt diverse Plätze zum Arbeiten, eine Zone zum Chillen sowie Toiletten. Eine „Willkommen-Bar“ verbindet Bibliotheksservice und Kaffeegenuss. Weitere Highlights sind der Amphibien-Krabbelbereich für Kinder, ein Makerspace mit eigener Küche, zahlreiche individuell gestaltete Kokons, Lounges und Lernnischen.

Auch wenn die Bibliothek sehr vielseitig ist und für jeden etwas bietet – keine Sorge, Sie werden sich nicht verirren. Die “City Light”-Beschilderung hilft Ihnen, sich zurechtzufinden. So wird ein Besuch in der Bibliotheek Goes bald zu einer bereichernden Erfahrung für alle. Es dauert nicht mehr lange bis zur Eröffnung (versprochen!).

PROJEKTINFORMATIONEN

Strategie, Gestaltung und künstlerische Leitung: aatvos (Team: Aat Vos, Jasper Poortvliet, Tessa Wennink)
Ausführung: stonepark
Wiederaufbau Scheune: 20Tree
Fotografie: Marco Heyda

Um eine nahtlose Integration der digitalen Kommunikation in die Innenarchitektur zu gewährleisten, kooperieren wir mit www.digitectuur.nl.